Hast Du schon mal süßen Fisch gegessen? Heute stelle ich ein außergewöhnliches japanisches Street-Food vor: Taiyaki. Außergewöhnlich deshalb, weil es süß ist – und traditionelles schnelles Essen auf die Hand ist auch in Japan eher herzhaft.
Taiyaki ist ein Gebäck, dessen Teig an Pfannkuchen- oder Waffelteig erinnert. Er besteht aus Mehl, Eiern, Backpulver, Zucker und Milch. Außen knusprig, innen weich – und vor allem: gefüllt. Die klassische Füllung ist Anko, eine süße Paste aus roten Adzukibohnen, die heutzutage als Superfood gehandelt werden. Manche nennen sie auch „rote Sojabohnen“. Ihre Besonderheit: Sie sind süßlich.
Gebacken wird der Teig in fischförmigen Backformen, die den Taiyaki ihr charakteristisches Aussehen verleihen. Ich finde es immer wieder interessant, dass überstehender Teig einfach mit einer Schere abgeschnitten wird. Das ist wichtig, denn in der japanischen Kultur kommt es aufs Aussehen an – und auf die Details.




Alles begann mit dem runden Gebäck Imagawa-yaki… und jetzt kommt ein kleiner Exkurs in japanische Geschichte: Dieses runde Gebäck stammt aus der Edo-Zeit, also der Zeit der Feudalherrschaft, zwischen 1603 und 1868. Anschließend herrschte Kaiser Mutsuhito uind brachte das Zeitalter der Aufklärung nach Japan. Aufklärung heißt Meiji, weshalb er auch als Meiji-tennō bezeichnet wird – und seine Herrschaftsperiode deshalb als Meiji-Zeit. Weshalb ich das hier schreibe? Weil die Aufklärung viele Veränderungen in Japan mit sich brachte: Schulpflicht, erste demokratische Bewegungen und die industrielle Revolution … und eine kreative Abwandlung des runden Imagawa-yaki: Ein kreativer Mensch ließ eine Backform in Form einer Meerbrasse für sein Gebäck herstellen. Meerbrassen – übersetzt „Tai“ – gelten in Japan als Symbol für Glück und Wohlstand. Klar – bringt ein Fischer viele dieser Tai zurück, kann er sie für gutes Geld verkaufen. Mit dem Verzehr von Taiyaki verspeist man sinnbildlich das Glück und verinnerlicht es. Ursprünglich waren Taiyaki ein echter Luxus und wurden nur bei festlichen Anlässen serviert.
Du kannst Taiyaki aber nicht nur mit der Rote-Bohnen-Füllung probieren. Heute gibt es viele moderne Variationen, von Vanille über Matcha-Creme, Pudding, Schoko oder Oreo bis hin zu herzhaften Füllungen wie Käse oder kleinen Würstchen.
Taiyaki gibt’s im:
Bing Go
Immermannstraße 27
Düsseldorf – Stadtmitte / Japanviertel
PS: Habe ich das Interesse geweckt, das Düsseldorfer Klein-Tokio etwas näher kennenzulernen? Dann kontaktiere mich für eine Führung!
PS 2: Wer jetzt Lust hat, solch ein Gebäck zu Haus zuzubereiten: für Imagawa-yaki habe ich hier ein Rezept gefunden. Ein kleines Pfännchen statt der speziellen Backform tut es auch :)